Logistik Adventskalender – 24 nützliche Begriffe kostenlos

An 24 Tagen öffnen wir die Türen des Logistik Adventskalenders

Vom 1. bis zum 24. Dezember 2020 kannst du hier jeden Tag ein „Türchen“ des Logistik Adventskalenders öffnen und deine Vorweihnachtszeit logistisch gestalten. Hinter jedem Türchen dieses Adventskalenders verstecken sich Grundbegriffe der Logistik. Über den ganzen Dezember lernst du jeden Tag ein bisschen dazu. Viel Freude beim Lesen und eine schöne Adventszeit!

24 Grundbegriffe aus Spedition und Logistik in der Adventszeit

1. Dezember – der Spediteur

Grundbegriffe der Logistik im Adventskalender, heute der Spediteur
  • ist ein Kaufmann/-frau des Verkehrs
  • ist in der Regel verkehrsträgerneutral
  • besorgt die Versendung des Gutes (vgl. §453 HGB)
  • organisiert die Beförderung (vgl. §454 HGB)
  • bestimmt das Beförderungsmittel und den Beförderungsweg
  • wählt ausführende Unternehmer aus
  • schließt alle erforderlichen Fracht-, Speditions- und Lagerverträge ab
  • erteilt Informationen und Weisungen an die ausführenden Unternehmer
  • sichert die Schadenersatzansprüche des Versenders
  • erbringt weitere Leistungen wie Versicherung, Verpackung, Kennzeichnung des Gutes, Zollbehandlung

2. Dezember – der Frachtführer

Grundbegriffe der Logistik im Logistik Adventskalender, heute der Frachtführer
  • ist gewerblich tätig
  • schließt mit dem Absender einen Frachtvertrag ab
  • befördert das Gut auf Basis des Frachtvertrags
  • befördert das Gut zum Bestimmungsort
  • liefert das Gut an den Empfänger ab (vgl. § 407 HBG)
  • wird im Seeverkehr „Verfrachter“ genannt
  • wird im Luftverkehr als „Carrier“ bezeichnet

3. Dezember – Verkehrsmittel

Grundbegriffe der Logistik im Logistik Adventskalender, heute das Verkehrsmittel
  • sind Mittel zur Durchführung einer Transport-/Verkehrsleistung
  • sind Fahrzeuge, die Güter aufnehmen und befördern
  • sind Fahrzeuge mit oder ohne eigenen Antrieb
  • dienen der Raumüberwindung
  • man unterscheidet zwischen innerbetrieblichen und außerbetrieblichen Verkehrsmitteln
  • Beispiele für innerbetriebliche: Gurtförderer, Rollenförderer, Stapler, Fahrerlose Transportsysteme, Regalbediengerät
  • Beispiele im Straßenverkehr: Kleinlaster, Gliederzüge, Silofahrzeuge etc.
  • Beispiele im Schienenverkehr: Waggongruppen, Tankwagen, Silowagen, Kesselwagen etc.
  • Beispiele in der Binnenschifffahrt: Tankschiffe, Containerschiffe, RoRo-Schiffe etc.
  • Beispiele in der Seeschifffahrt: Containerschiffe, Massengutfrachter, Schwergutschiffe, Fährschiffe etc.
  • Beispiele im Luftverkehr: Passagiermaschinen, Frachtflugzeuge

4. Dezember – Verkehrsträger

Grundbegriffe der Logistik im Logistik Adventskalender, heute Verkehrsträger
  • sind alle Verkehrsmittel, die eine gleichartige Infrastruktur nutzen
  • Verkehrsinfrastruktur – Fahrwege und Einrichtungen wie Häfen und Terminals
  • im Landverkehr unterscheidet man zwischen Straßenverkehr, Schienenverkehr und Rohrleitungsverkehr
  • im Wasserverkehr wird zwischen Binnenschifffahrt und Seeschifffahrt unterschieden
  • zudem gibt es Luftverkehr

5. Dezember – der Lagerhalter

lagerhalter
  • ist ein gewerbliches Unternehmen
  • handelt auf Basis eines Lagervertrags
  • schließt einen Lagervertrag mit dem Einlagerer ab
  • lagert das Gut
  • bewahrt das Gut auf
  • hat Lagerung und Aufbewahrung zum Betrieb seines Unternehmens (vgl. § 467 HGB)
  • Lagerung und Aufbewahrung erfolgen auf Dauer

6. Dezember – TUL

tul
  • steht für Transport, Umschlag, Lagerung
  • TUL-Prozesse sind Kernleistungen der Logistik
  • Transport – Raumüberbrückung bzw. Ortsveränderung von Gütern
  • Umschlag – verschiedene Vorgänge zur physischen Warenbewegung auf ein bzw. von einem Transportmittel
  • Lagerung – geplante Unterbrechung eines Materialflusses (zeitlich, räumlich, mengenmäßig)
  • TUL-Prozesse werden durch Kommissionieren und Verpacken unterstützt
  • TUL-Prozesse hängen mit Beschaffungs-, Produktions- und Distributionsprozessen zusammen

7. Dezember – 1PL, 2PL, 3PL, 4PL, 5PL, LLP

1pl llp
  • ist die Klassifizierung der Logistikdienstleiter je nach Leistungsspektrum
  • 1PL – First Party Logistics Provider – Transporteur / Frachtführer
  • 2PL – Second Party Logistics Provider – Spediteur
  • 3PL – Third Party Logistics Provider – Systemdienstleister / Kontraktlogistiker
  • 4PL – Fourth Party Logistics Provider – Netzwerkintergrator / SCM-Manager
  • 5PL – Fifth Party Logistics Provider – e-Commerce Dienstleister
  • LLP – Lead Logistics Provider – Logistikprovider, koordiniert die 3PLer

8. Dezember – Transportkette

transportkette
  • eine Folge von technisch und organisatorisch verknüpften Vorgängen zur Bewegung von Gütern (vgl. DIN 30780)
  • alle Transferprozesse zwischen Quelle und Senke
  • Quelle = Abgangsort, Senke = Empfangsort
  • Eingliedrige Transportkette: direkter Transport von der Quelle zur Senke ohne Umschlag (ungebrochener Verkehr)
  • Eingliedrige Transportkette: hauptsächlich im Straßengüterverkehr
  • Mehrgliedrige Transportkette: Wechsel des Transportmittels (gebrochener Verkehr) oder Wechsel des Verkehrsträgers (kombinierter Verkehr)

9. Dezember – ADSp

adsp
  • Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen
  • sind rechtlich gesehen Allgemeine Geschäftsbedingungen, d.h. vorformulierte Vertragsbedingungen
  • existieren seit 1927, wurden mehrfach überarbeitet
  • ADSp 2017 sind aktuelle Fassung
  • sind im kaufmännischen Verkehr allgemein bekannt und üblich
  • müssen vereinbart werden!!!
  • gelten für Verkehrsverträge über alle Arten von speditionsüblichen Tätigkeiten
  • speditionsüblich: Transport, Umschlag, Lagerhaltung und darauf bezogene Zusatzleistungen wie Verpackung, Kommissionierung, Sendungsverfolgung, Verzollung und Versicherung
  • finden keine Anwendung auf Verträge mit Verbrauchern (Vgl. Ziff. 2.4 ADSp 2017)
  • Haftungsbegrenzungen: Regelhaftung für Güterschäden 8,33 SZR/kg + zusätzliche Beschränkung auf 1,25 Mio. € je Schadenfall sowie 2,5 Mio. € je Schadenereignis, mind. aber 2 SZR/kg. Bei multimodalen Transporten unter Einschluss einer Seebeförderung und bei unbekanntem Schadenort 2 SZR/kg (Vgl. Ziff. 23 ADSp 2017)
  • Haftung für Güterfolgeschäden ist ausgeschlossen
  • SZR = Sonderziehungsrecht = „Kunstwährung“, wird gebildet aus US-Dollar ($), Euro (€), japanischem Yen (¥) und britischem Pfund (£) und ist Währungsschwankungen ausgesetzt, aktuell 1 SZR = 1,1846 Euro

10. Dezember – CMR

cmr
  • Convention relative au Contrat de transport international de Marchandises par Route (frz.)
  • Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßenverkehr
  • unterzeichnet im Jahr 1956
  • ist europaweit gültig
  • gilt für internationalen (grenzüberschreitenden) LKW-Verkehr
  • wurde in Deutschland ratifiziert
  • CMR ist zwingendes Recht (vgl. Art. 41 CMR)
  • bei Fragen, die nicht durch CMR geregelt wurden, findet nationales Recht Anwendung (in Deutschland: HGB)
  • Haftungshöhe: max. 8,33 SZR je kg Rohgewicht des Gutes (Vgl. Art. 23 CMR)
  • Bei Lieferfristüberschreitung: max. Schadenersatz in Höhe der Fracht
  • Rohgewicht = Gewicht des Gutes inkl. aller Verpackungen
  • SZR = Sonderziehungsrecht = „Kunstwährung“, wird gebildet aus US-Dollar ($), Euro (€), japanischem Yen (¥) und britischem Pfund (£) und ist Währungsschwankungen ausgesetzt, aktuell 1 SZR = 1.1866 Euro

11. Dezember – BMVI

bmvi

Heute im Logistik Adventskalender eine der wichtigsten Bundesbehörden für Spediteure und Logistiker

  • Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
  • eine Oberste Bundesbehörde Deutschlands
  • errichtet im Jahr 1949
  • aktueller Hauptsitz bzw. erster Dienstsitz in Berlin (früher in Bonn)
  • an der Spitze – Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, aktuell Herr Andreas Scheuer, CSU
  • zuständig für Verkehrsinfrastruktur des Bundes (Bundesfernstraßen, Eisenbahnnetze, Wasserstraßen und Luftverkehrswege) und für flächendeckende Verfügbarkeit moderner Breitbandnetze
  • einige Aufgaben: sicherer Verkehr, Entwicklung digitaler Infrastruktur, systematische Brückenertüchtigung, LKW-Maut, Erstellung der Investitions-, Aktions- und Bundesverkehrswegepläne, Umweltschutz etc.
  • die aktuelle Fünfjahresplanung gilt für die Jahre 2019-2023 und beinhaltet Planung für Investitionen in die Bundesschienenwege, Bundesfernstraßen und Bundeswasserstraßen
  • Ziele: bedarfsgerechte Verkehrsinfrastruktur, zukunftsfähiges Verkehrsnetz, Stärkung des Güterverkehrs, Digitalisierung, nachhaltige, ökologische und sichere Mobilität
  • nähere Informationen auf der Seite des BMVI und im Bundesverkehrswegeplan 2030

12. Dezember – BAG

bag
  • Bundesamt für Güterverkehr
  • selbständige Bundesbehörde im Geschäftsbereich des BMVI
  • gegründet im Jahr 1952
  • mit Hauptsitz in Köln
  • an der Spitze – Präsident, aktuell Herr Andreas Marquardt
  • hat 6 Abteilungen und 21 Referate in der Zentrale in Köln sowie 11 Außenstellen
  • zuständig für das Güterverkehrswesen in Deutschland
  • einige Aufgaben: Rechtsentwicklung, Straßenkontrollen, Marktszugangs- und Ordnungswidrigkeitsverfahren, Verkehrsfachstatistik, Notfallvorsorge, verkehrsträgerübergreifende Marktbeobachtungen, Erhebung und Verwaltung der Lkw-Maut, Kontroll-, Prüfungs- und Überwachungsfunktionen etc.
  • Ziele: Erhöhung der Verkehrssicherheit, des Umweltschutzes, der Abgabengerechtigkeit, der Wettbewerbsgleichheit in Deutschland
  • nähere Informationen auf der Seite des BAG

13. Dezember – Logistik

logistik
  • es gibt viele Definitionen des Begriffs Logistik
  • oft wird Entstehung des Begriffs mit Militär verbunden: Aufgabe eines Quartiermeisters – Organisation der Quartiere und Lager der Truppen sowie Märsche – deuten auf einen Bezug zur Logistik (Lagerung und Verkehrsleistungen). Dazu mehr im Werk „Kriegskunst“ vom Schweizer General Antoine-Henry Baron de Jomini
  • Definition der Bundesvereinigung Logistik, BVL: Logistik ist die ganzheitliche Planung, Steuerung, Koordination, Durchführung und Kontrolle aller unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Informations- und Güterflüsse
  • Güterfluss: von Entstehung der Güter über die Verteilung bis Güterverwendung
  • mit Güterflüssen sind immer Informationsflüsse verbunden
  • Kernprozesse der Logistik – TUL-Prozesse (Transport, Umschlag und Lagerung)
  • Aufgabe der Logistik: richtige Ware in der richtigen Menge im richtigen Zustand zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu richtigen Kosten zur Verfügung zu stellen
  • in der Volkswirtschaft: Mikro-, Makro- und Metalogistik
  • im Unternehmen: Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Entsorgungslogistik

14. Dezember – SCM

scm
  • Supply Chain Management
  • Supply Chain = unternehmensübergreifende Lieferkette, Versorgungskette, Wertschöpfungskette
  • zunehmende Arbeitsteilung und Komplexität der Lieferketten machen SCM notwendig
  • Aufgabe des SCM: Lieferketten zu managen und zu steuern, mehrere beteiligten Organisationen zu koordinieren, Liefernetzwerke zu optimieren
  • Reduzierung des Bullwhip-Effekts: das Angebot und Nachfrage sollen synchronisiert werden
  • wie?
  • durch effektive und effiziente Güter-, Informations-, Geld- und Finanzflüsse

15. Dezember – Beschaffungslogistik

beschaffungslogistik
  • eine Phase des Güterflusses
  • Beschaffung – sämtliche unternehmensbezogene Tätigkeiten zur Versorgung des Betriebs mit allen Arten von Gütern, die dieser als Eingangsfaktoren (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, Kaufteile, Handelsware, Ersatzteile) benötigt
  • Beschaffungslogistik ist zuständig für alle Aktionen zwischen den Lieferanten und Unternehmen
  • stellt Güter für die Produktion bereit
  • Güter können direkt an die Produktion über den Beschaffungslager des Unternehmens geliefert werden oder
  • Just-in-Time bzw. Just-in-Sequenz über Zulieferungslager ohne eigene Lagerbestände
  • Beschaffungslogistik des Unternehmens wird i.d.R. mit der Distributionslogistik des Lieferanten verknüpft
  • Aufgabe: Organisation der Unternehmensabläufe zur Sicherstellung einer mengen-, termin- und qualitätsgerechten Materialversorgung
  • Innerbetrieblich: Umschlag, Entladung, Prüfung beim Wareneingang, Fördern, Transportieren, Bereitstellen, Lagern der Güter
  • Beteiligte: Lieferant, Hersteller, Logistikdienstleister, Händler bzw. herstellendes Unternehmen

16. Dezember – Produktionslogistik

produktionslogistik
  • eine Phase des Güterflusses
  • ist zuständig für die Zuführung der Eingangsfaktoren (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, Kaufteile, Handelsware, Ersatzteile) den einzelnen Fertigungsstellen im Unternehmen
  • ist zuständig für Übergabe der Fertigprodukte an das Absatzlager
  • Aufgaben: Planung, Durchführung und Überwachung der innerbetrieblichen Material- und Informationsflüsse
  • Einschließlich Transport, Umschlag, Lagerung, Informationsleistungen
  • wird mittels Distributionslogistik mit dem Absatzmarkt verbunden
  • Intralogistik ist ein wichtiger Teil der Produktionslogistik
  • Produktionsplanung und -steuerung (PPS) spielt eine besondere Rolle für Produktionslogistik

17. Dezember – Distributionslogistik

distributionslogistik
  • eine Phase des Güterflusses
  • ist zuständig für die Bereitstellung der produzierten Güter den Kunden
  • Bereitstellung erfolgt art- und mengenmäßig, räumlich und zeitlich abgestimmt
  • Aufgaben: Planung, Durchführung und Überwachung aller Prozesse zwischen den liefernden Produktionsunternehmen und den Kunden des Unternehmens in Bezug auf Waren- und Informationsfluss
  • Einschließlich Vorbereitung und Durchführung der Warenverteilung
  • Elemente: Auftragsabwicklung, TUL, Kommissionierung, Verpackung, Beladung, Ablieferung etc.
  • Verbindet Produktion mit dem Absatzmarkt
  • Zusätzliche Aufgaben: Regalmanagement des Händlers, individuelle Preisauszeichnung, Retourenabwicklung etc.

18. Dezember – Entsorgungslogistik

entsorgungslogistik
  • eine Phase des Güterflusses
  • dabei geht es um den rückwärtigen Güterstrom: vom Absatzmarkt zurück zum Beschaffungs- bzw. Entsorgungsmarkt
  • ist zuständig für Rücksendung von Abfällen und Wertstoffen zur Entsorgung bzw. Recycling
  • ist zuständig für Retouren der Waren aus dem Handel
  • ist zuständig für Leergut, Ladungsträger wie Paletten oder Kisten und Verpackungen
  • dabei können Qualitätskontrollen der Ware durchgeführt werden, um diese direkt einem Auslieferungslager zuzuführen
  • Aufgaben: TUL, Sortieren, Kommissionieren, Behandeln, Verpacken etc.
  • wird auch Retrologistik oder Reverse Logistics genannt

19. Dezember – Kontraktlogistik

kontraktlogistik
  • sind komplexe logistische Aktivitäten
  • integriert zu einem Leistungsbündel aus
  • im Wesentlichen Logistikleistungen und
  • ergänzenden Zusatzleistungen
  • dabei wird das Leistungspaket individuell nach Bedarf des Auftraggebers gestaltet
  • das Leistungsbündel wird wiederholt und langfristig
  • auf Vertragsbasis erbracht
  • Dauer: mind. 1 Jahr, i.d.R. 3-5 Jahre
  • Logistikleistungen: Transport, Expresszustellung, Frachtführerwahl etc.
  • Zusatzleistungen: Qualitätsprüfung, Vormontage, Factoring, Regalbefüllung, Ermittlung der Kennzahlen etc.
  • Logistik AGB sind vorformulierte Vertragsbedingungen für Logistikgeschäft, die neben den ADSp angewandt werden

20. Dezember – Outsourcing

outsourcing
  • Vergabe von Teilleistungen, die ein Unternehmen bisher selbst erstellt hat, nach „außen“ an dritte Lieferanten oder Dienstleister
  • Beispiele für Teilprozesse: Teilbereiche der Produktion, EDV, Logistik
  • eng verbunden mit Make-or-Buy-Entscheidung:
  • ob bestimmte Leistungen weiterhin selbst erbracht (make), oder eingekauft (buy) werden
  • es ist eine strategische Entscheidung des Unternehmens
  • da eine Fremdvergabe i.d.R. mit Verlust von Knowhow verbunden ist
  • Grund für Outsourcing: Konzentration auf Kerngeschäft
  • im Vordergrund: Kostensenkung, Leistungsoptimierung
  • Zudem können Teilleistungen durch spezifische Fähigkeiten der Dritte in einem bestimmten Fachgebiet verbessert werden

21. Dezember – Sourcing Strategien

sourcing strategien
  • strategische Konzepte für die Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen
  • es gibt verschiedene Sourcing Strategien, die miteinander kombiniert werden können
  • nach Anzahl der Lieferanten unterscheidet man zwischen Sole Sourcing, Single Sourcing, Multiple Sourcing
  • nach dem geografischen Standort der Lieferanten gibt es Local Sourcing, Domestic Sourcing und Global Sourcing
  • von Individual oder Cooperative Sourcing spricht man in Bezug auf Anzahl der Beschaffungssubjekte
  • nach der Art der zu beschaffenden Objekte unterscheidet man Unit Sourcing, Modular Sourcing, System Sourcing (von Einzelteilen zu kompletten Modulen)
  • von Stock, Demand Tailored oder Just-in-time/sequence spricht man in Bezug auf die Zeit der Beschaffung
  • External oder internal Sourcing – nach Wertschöpfungsart
  • Mögliche Kombinationen: Modular Sourcing + JiT/S; Global Sourcing + Multiple Sourcing

22. Dezember – Ausschreibung

ausschreibung
  • ist ein Teil des Beschaffungsprozesses im Unternehmen
  • ist eine schriftliche Aufforderung für die Abgabe von Angeboten
  • erfolgt für den Einkauf von Gütern und Dienstleistungen
  • primäres Ziel: Kostenersparnis
  • es wird zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Ausschreibungen unterschieden
  • öffentliche Ausschreibungen: zwingende Anwendung des Vergaberechts
  • privatwirtschaftliche Ausschreibungen: Anwendung der unternehmensinternen Vorgaben und Beschaffungsstrategien
  • wichtig: klare Definition von Anforderungen, deren Messbarkeit und Objektivierung
  • Ausschreibungsarten: RFI, RFQ, RFP, RFF

23. Dezember – Qualitätsmanagement

qm
  • sind alle Tätigkeiten eines Unternehmens für die Erzeugung der Qualität
  • Ziel: hochwertige Leistungserbringung entsprechend den Kundenanforderungen
  • an erster Stelle: Kundenorientierung
  • Schritte: Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung
  • Grundlage für QM: Prozessorientierung -> PDCA-Zyklus nach Deming
  • in einem Unternehmen wird ein QM-System i.d.R. auf Basis der DIN EN ISO Norm oder eines internationalen Modells gestaltet
  • Normreihe DIN EN ISO 9000ff. – internationale Normen zur Gestaltung eines innerbetrieblichen QM-Systems
  • EFQM-Excellence-Modell – europäisches Managementmodell für ganzheitliche Bewertung von Unternehmen und Organisationen

24. Dezember – Incoterms©

incoterms
  • sind International Commercial Terms
  • von der Internationalen Handelskammer ICC
  • sind ein wichtiger Bestandteil der internationalen Kaufverträge
  • regeln Rechte und Pflichten der Käufer und Verkäufer auf dem Transportweg eines Gutes
  • regeln Gefahrübergang und Kostenübergang während des Transports
  • sind wichtig bei der Frage nach Kostenübernahme im Falle eines Schadens
  • erste Auflage im Jahr 1936
  • letzte Auflage 2020
  • Klauseln: EXW, FCA, FAS, FOB, CFR, CIF, CPT, CIP, DAP, DPU, DDP
  • wichtig: Nennung des vereinbarten Ortes neben der Klausel + Verweis auf Incoterms© und Jahr
  • zum Beispiel: FCA Lager Köln, Incoterms© 2020

Heute war der letzte Tag des Logistik Adventskalenders in diesem Jahr. Hinter jedem “Türchen” versteckte sich ein Begriff, der wichtig für Spediteure und Logistiker ist. Selbstverständlich gibt es noch jede Menge weiterer Begriffe, die nützlich und bedeutsam sind. Es lohnt sich, sich diese genauer anzusehen. Es lohnt sich, sich weiterzubilden!

In diesem Sinne Frohe Weihnachten und ein gesundes und glückliches neues Jahr 2021!

Gesetzestexte sind auch online verfügbar, z.B. unter Gesetze im Internet vom Bundesministerium der Justiz und für Verbarucherschutz. Unter Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung kannst du mehr über diesen Beruf erfahren. Als Dozentin für Güterverkehr und Logistik begleite ich dich gerne dabei.